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Als 2021 die erste Sommerakademie für Alte Musik in Recklinghausen
startete, hatten sich vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, um
an drei Tagen unter fachkundiger Anleitung Werke aus Renaissance und vor
allem aus dem Barock einzustudieren. Vom 17. bis 20. Juli 2025 fand die
Veranstaltung nun zum fünften Mal statt. Und der Zuspruch spricht für den
Erfolg. Susanne Hochscheid, Blockflötistin (Flautando Köln) und Leiterin der
Sommerakademie, konnte sich über etwa einhundert Anmeldungen freuen.
Den Auftakt machten die Dozenten mit einem Eröffnungskonzert in der
Christuskirche. Sie präsentierten dem zahlreich erschienenen interessierten
Publikum ein buntes Kaleidoskop mit Musik vom 16. bis 18. Jahrhundert. Neben
bekannten Meistern, wie John Dowland und dem diesjährigen Jubilar Giovanni
Pierluigi da Palestrina (500. Geburtstag), standen vor allem eher selten
gespielte Kompositionen von Johann Melchior Molter, Vincent Lübeck, Orazio
Benevoli u.a. auf dem Programm. Gabriele Nußberger (Violine), Antje
Plieg-Oemig (Viola da Gamba), Claudia Reinhard (Gesang), Frederik Heilig
(Gesang, Orgel), Stephan Rath (Laute), Wolfgang Kostujak (Cembalo) und
Susanne Hochscheid (Blockflöte) setzten dabei jeweils eigene Akzente.
 Die
Dozenten der Sommerakademie beim Eröffnungskonzert (v.l.n.r.):
Stephan Rath, Antje Plieg-Oemig, Wolfgang Kostujak, Susanne Hochscheid,
Gabriele Nußberger, Frederik Heilig und Claudia Reinhard (Foto: Ingo Negwer)
Nach 2024 nahm ich selbst zum zweiten Mal aktiv
an der Sommerakademie in der Lautenklasse von Stephan Rath teil. Wieder war
ich sehr beeindruckt vom großen Engagement und von der Akribie, mit der die
Veranstaltung organisiert und durchgeführt wurde. Noten und Zeitpläne wurden
frühzeitig zur Vorbereitung an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
verschickt. Für die Verpflegung bei „Suberg’s Bei Boente“ zu Mittag und am
Abend war gesorgt. Der Einzel- und Gruppenunterricht verlief ebenso
reibungslos wie die Ensembleproben. Der Chor probte quasi ganztägig unter
der Leitung von Frederik Heilig. Die Musikschule der Stadt Recklinghausen
und das Willy-Brandt-Haus boten geradezu ideale räumliche Bedingungen für
Unterricht und Proben.
So vergingen der Freitag und Samstag wie im
Fluge. Am Sonntagvormittag bereitete man sich bereits auf das
Abschlusskonzert vor, in dem ab 16 Uhr in der Christuskirche die Ergebnisse
der Sommerakademie öffentlich präsentiert wurden. Mehr noch als im
Vorjahr nahmen 2025 versierte Amateure, die auf einem beachtlichen Niveau
musizierten, aber auch professionelle Musiker (u.a. ein ehemaliger Geiger
der Neuen Philharmonie Westfalen) das Angebot wahr, sich in geselligem
Rahmen der Alten Musik zu widmen. So wurde das Abschlusskonzert zu einem
sehr hörenswerten Erlebnis, wobei die Gesangsensembles in solistischer
Besetzung (Einstudierung: Claudia Reinhard) eine besondere lobenswerte
Erwähnung verdienen. Die 5. Sommerakademie für Alte Musik war wieder ein
voller Erfolg und macht Appetit auf mehr. Eine Tradition ist entstanden, die
gepflegt werden möchte!
Eindrücke vom
Abschlusskonzert (Fotos: Ingo
Negwer):





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